BIOSKOP hatte es ja schon geahnt: »Auch 2002 wird wohl nichts mehr beschlossen
werden«, schrieben wir im März. Unsere Skepsis bezog sich auf das Gentestgesetz,
das Rot-Grün wiederholt angekündigt hatte. Am 10. April meldete die Berliner
Zeitung dann: »Die von der Bundesregierung ursprünglich für diesen Sommer
geplanten Vorschriften für medizinische Gentests wird es erst nach der Bundestagswahl
geben. Aus Regierungskreisen war zu hören, die Verzögerung sei insbesondere
auf Druck der Versicherungswirtschaft zu Stande gekommen. Der Regierung
sei es darum gegangen, vor der Wahl »eine Kontroverse mit der Wirtschaft zu
vermeiden.«
Solche Begleitumstände sind zwar peinlich für Rot-Grün. Uns ärgert der abermalige
Aufschub jedoch nicht. Denn was bisher an inoffiziellen Gesetzentwürfen aus Ministerien und Fraktionen durchgesickert ist, halten wir für völlig unzureichend. Statt
dessen empfehlen wir unseren »Konstruktiven Vorschlag« zum Gentestgesetz, nachzulesen in
BIOSKOP Nr. 17.
»Mit dem neuen kostenlosen Computerspiel "Genomic Explorer", einer interaktiven
CD-ROM, sollen vor allem Schülerinnen und Schüler die Perspektiven der Krankheitsbekämpfung durch Humangenomforschung kennen lernen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Verein zur Förderung der Humangenomforschung e.V. und das Deutsche Humangenomprojekt (DHGP) stellen am Freitag in Berlin ihre Informationskampagne zur Humangenomforschung vor. Die CD wird unter anderem über den Verein »Schulen ans Netz«, »Jugend forscht«, die »Biologie-
Olympiade« und pädagogische Institute an Schulen verteilt und auf Anfrage kostenlos abgegeben. (...) Der Spieler taucht in einem virtuellen Raumschiff in die Welt des Organismus und der Zellen ein und lernt dabei die grundlegenden molekularen Lebensvorgänge kennen. Mit Geschick und Köpfchen muss er sich gegen das Schwinden seiner virtuellen Lebensenergie zur Wehr setzen, um die Genomic
Explorer-Mission zu bestehen und seinen Organismus gesund zu erhalten. Das
Spiel setzt keine molekularbiologischen Kenntnisse voraus. Die molekularen Lebensvorgänge - modellhaft vereinfacht - werden graphisch ansprechend und
animiert dargestellt.«
aus einer Pressemitteilung des deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom 31. Mai 2002